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Wale - Riesen d. Meere_Silke Bicker~ Silke Bicker ~ Seit der Herbstsonnenwende 2012 beherbergt das Museum für Naturkunde des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Münster seine sorgfältig vorbereitete Sonderausstellung. Sie ist noch bis zum 27.04.2014 zu sehen. Und es lohnt sich sehr, denn sie ist didaktisch sehr gut aufbereitet und spricht alle Sinne samt Verstand an :-)!

Mit der nach eigenen Angaben bislang deutschlandweit größten Ausstellung und Themenvielfalt über die Meeressäuger und ihre Verwandten illustrieren rund 900 Exponate ihren Lebensraum, Evolution, Anatomie, Lebensweise, Fortpflanzung, Walfang und Schutz. So können Walgesänge gehört und gespürt werden, ein lebensgroßes Modell eines Walherzes begangen und der Herzschlag gehört werden. „Wale – Riesen der Meere“ bietet nicht nur Kindern sondern ebenso Erwachsenen neue Erfahrungen. Multimedia wird ebenso eingesetzt wie traditionellere Mitmachaktionen. Dazu kommen viele Exponate, wie etwa Briefmarken mit Walen aus vielen Ländern sowie zierliche Elfenbeinschnitzereien, u. a. aus Grönland, gefertigt aus Walzähnen.

Auge in Auge mit Walen

Der Wal-Saal stimmt Besucher auf die Welt der Wale ein. Hier wird der Lebensraum der Tiere in den unterschiedlichen Meerestiefen mit Modellen im Maßstab 1:1 und Lichtinstallationen simuliert. Mehrere Beamerpräsentationen lassen wissen, in welcher Tiefe sich welche Wale aufhalten, untermalt von passender Geräuschkulisse. So taucht auch der Meeresspiegel immer wieder auf, zusammen mit der „LWL-Boje“, die mir stets ein Lächeln in´s Gesicht zauberte 😉

Vierbeinige Urwale

Dass die Wale vor 50 Millionen Jahren noch vier Beine hatten und an Land lebten, verdeutlichen vier Abgüsse von Urwalskeletten (Archaeoceti). Über Jahrmillionen wurden ihre Körper stromlinienförmiger, und die stark ausgeprägten Hinterbeine sowie das Becken bildeten sich zurück. Ihre Vorderläufe formten sich zu Flossen aus. Die große Schwanzflosse, die Fluke, wurde zum Antriebsorgan, und die Nasenlöcher verlagerten sich auf den Kopf und wurden zum typischen Blasloch.

Walfang mit Kanone und Speeren

Eine 1,5 Tonnen schwere Walfangkanone mit dem Kaliber von 90 mm zeigt, welche Geschosse für den industriellen Walfang eingesetzt werden. Sie steht mitten in diesem Ausstellungsbereich und in großem Gegensatz zu den fast archaisch anmutenden, feinziselierten Speeren, die den Eingang zieren:
Ein kleiner Junge guckte sich diesen Bereich mit uns an und folgerte rasch, dass ein Wal gegenüber einem Kanu (sehr schön aus Rotzeder) und mit Speeren bewaffneten Männern durchaus auch verletzt entkommen kann, wohl mit Genesungschancen. Kein Wal aber hat eine Chance zu entkommen, wenn die obige Harpune zuschlägt.

Bis auf wenige Ausnahmen sind in der Ausstellung ausschließlich Originalskelette zu sehen, unter anderem dasjenige eines Orca. Auch fossile Skelette, zum Bespiel aus einem Wadi in Nord-Ägypten, sind zu bestaunen im

LWL-Museum für Naturkunde
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Telefon: 0251-591-05
Öffnungszeiten: Di-So 9.00-18.00 Uhr

Dieser kleine Werbefilm gibt einen kleinen Vorgeschmack zur Ausstellung 😉

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