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Blumenuhr~ Naemi Reymann ~ Die Reihe „Thorbeckes Kleine Schätze“ bietet Kleinode, so auch dieses aus dem Jahr 2009. Der Naturforscher Carl von Linné entdeckte, daß man die Uhrzeit daran erkennen kann, wann bestimmte Blumen ihre Blüten öffnen und wieder schließen – bis auf auf Minuten genau! In einer Zeit vor Taschenuhren und anderen Zeitmessern bot die Blumenuhr eine wichtige Orientierung am Tag.

Linnés „Blumenuhr“ findet sich hier liebevoll aufbereitet und in die Neuzeit übertragen als praktischer Ratgeber und Lesebuch. Das handliche Büchlein besitzt einen schmucken festen Einband mit auffallden rotem Rücken. Die 64 Seiten werden optisch unterstützt von zahlreichen farbigen Abbildungen: Klassische Blumenzeichnungen aus dem Verlagsarchiv sowie der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart und aussagekräftigen Blumemnfotos. Dennoch wirkt dieser Klassiker nicht altmodisch, dafür sorgen kleine Icons der verschiedenen Uhrzeiten als Leitmotiv und die schwungvoll moderne Schreibschrift der Kapitel-Überschriften.

Der Einführungstext bietet erste Hintergrundinformationen zum Leben und Wirken Carl von Linnés (1707-1778), sein „Blumenuhr“ im Botanischen Garten von Uppsala, der Nomenklatur für Tiere und Pflanzen. Geschickt leitet er durch die Nennung der Calendula Officinalis, Namensgeberin für den „Kalender“, geschickt zur ersten Blume über, der Calendula Arvensis (Ackerringelblume). Der Leser erfährt kurzweilig, teils umgangssprachlich (beispielsweise, wenn von Pflanzen als „Spätaufsteher“ die Rede ist) Wissenswertes über die verschiedenen Blumen. Da gibt es welche, die Wettervorhersagen ermöglichen oder, die in Märchen oder Sagen eine Rolle spielen. Die Kapitel bieten viele Sachinformationen über passende Standorte, Schutzhinweise, Warnungen (beispielsweise über Giftigkeit) und frühere weitere Verwendungen. Beispielsweise der Löwenzahn, manchmal auch Butterblume genannt, da er auch zum Färben von Butter verwendet wurde aber auch Verwendung in Salaten und Getränken finden kann. Eine Blume kommt sogar zweifach in ihren Varianten zu verschiedenen Uhrzeiten vor und es ist sogar von einer „Blume der Berufstätigen“ die Rede. Umd welche es sich da handelt, soll an dieser Stelle nicht verraten werden: Meine Empfehlung: Buch lesen und es herausfinden…

So manch einer mag nach der Lektüre auf den Geschmack gekommen sein, sich selbst als Gärtner zu betätigen und sich eine Blumenuhr anzuschauen (Wie auf der Insel Mainau) oder selber eine anzulegen, als Untersuchungsobjekt, je nach Gegebenheit des Gartens oder bestimmten Blumenvorlieben. Angesichts heutiger Zeiten, die von Schnelllebigkeit, Zeiterfassung und -Messung geprägt sind bietet das Büchlein eine kleine Anleitung zum „Entschleunigen“ und Wiederentdecken von Natur und natürlichen Abläufen… Konsequenterweise wurde der Aspekt der Umweltfreundlichkeit auch bei der Produktion beachtet, so wurde unter anderem Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet und das Buch in Deutschland produziert.

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THORBECKE VERLAG (Hrsg.) 2009 : Die Blumenuhr, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern, ca. 8,90 Euro

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