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Schweisfurth~ Silke Bicker ~ Karl Ludwig Schweisfurth baute die Firma Herta auf, verkaufte sie Jahrzehnte später an Nestlé und schwor der Massentierhaltung ab. In seiner Autobiografie schreibt er über seinen Weg zu besserer, artgerechterer Tierhaltung und weniger Fleischverzehr ohne totaler Vegetarier zu werden:

Vegetarier wurden früher verspottet, heute sind sie voll im Trend. In seinem Buch zeigt der Autor seinen eigenen, eher ungewöhnlichen Weg auf: Vom größten Fleischproduzenten und -verwerter Europas zum Biobauern und „Auswärtsvegetarier“ . Denn er isst immer noch Fleisch, nur deutlich seltener als zuvor und er hält immer noch Tiere, die später geschlachtet werden. Nur eben anders. Denn ganz ohne Fleisch zu essen und vor allem Tiere in der Landwirtschaft – artgerecht mit Weidegang – zu halten, würden unsere Kulturlandschaften verarmen: weniger Insekten, weniger Pflanzen und weniger Bestäuber. Denn Weideverhalten – vom Grasen über den Tritt auf dem Boden bis zum Kot absetzen – lockt verschiedene Lebewesen an, je nach Tierart unterschiedliche. Allerdings lebt das meiste Vieh im Massentierhaltungen und kennt keine Weide mehr, teilweise nicht mal mehr grünes Gras. Auch dies ein Grund zum Nachdenken über den eigenen Konsum an billigem Fleisch. Herr Schweisfurth nennt Beispiele in seinem Buch:

In Deutschlands größtem Schlachtbetrieb, Tönnies in Rheda-Wiedenbrück, sterben täglich 25 000 Schweine, 1700 stündlich. (S. 67)

Er erklärt unter anderem die Grundbedürfnisse von Hausschweinen und ihre kluge Friedfertigkeit. Von alldem ist in der Massentierhaltung, u. a. durch den dort entstehenden Stress, nichts zu spüren. Sie sind in ihrem Verhalten Wildschweinen nicht unähnlich 😉

Der Boden erhielt ein eigenes Kapitel.

Fazit

Der Autobiograph machte es sich nicht leicht, untermalt seine Geschichte mit sehr sprechenden Beispielen und einigen Schwarzweißfotos, erzählt eindrücklich und klug. Ich finde dieses Buch gelungen und teilweise einige Augenöffner, nicht nur gegen die Massentierhaltung.

SCHWEISFURTH, K. L. (2014): Der Metzger, der kein Fleisch mehr isst…, oekom Verlag, München, ca. 19,95 Euro

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