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tiddens~ Silke Bicker ~ Heutige Städte sind auf bedrohliche Weise von fossilen Brennstoffen und Ressourcenströmen abhängig. So ist es eine der vordringlichsten Aufgaben der Städte, sich aus den Abhängigkeiten zu befreien und nachhaltige Wohlstandsmodelle zu entwickeln. Harris Tiddens teilte das Buch in vier Teile auf:

  1. Die Herausforderung liegt in den Provinzstädten und nicht in den Metropolen.
  2. Städte entsprechen zum großen Teil lebendigen Organismen – die Bedeutung für ökologische Nachhaltigkeit.
  3. Perspektive bottum-up statt aus der Sicht von Staaten.
  4. Was ist zu tun? – Mit Spaß effektiv Ressourcen schonen bei der Stadtteilentwicklung.

Bürger wollen mitbestimmen, Politiker entziehen sich aus ihren Verantwortungen oder überlassen gleich Konzernen die Umgestaltung von Städten – ganz so schlimm ist es zwar nicht überall, doch vielfach schon. Nicht immer ist es sinnvoll alle städtischen Veränderungen mit Bürgern zu besprechen und mit ihnen abzustimmen. Oft entstehen auch dabei grandiose Bausünden, oft mittlerweile jedoch auch ohne dies. Es geht darum, dass viele Fehler bereits gemacht wurden – zum Beispiel in den 1960-er Jahren und heute wiederholt werden. Archive gibts zwar, doch wer schaut noch hinein? Auf dem Land gibt es Verbände, wie die Landjugend oder Landfrauen, die sich um Gemeinschaft und Dorfveränderungen kümmern. In der Stadt gibts (oder auch nicht) Bürgervertretungen. Gibt es sie nicht, fehlt die stärkere Gemeinschaftsbindung an die einzelne Stadtteile und damit auch verlorene Chancen auf Mitbestimmung bei der Gestaltung derselben.

  • Müssen Pflastersteine aus chinesischem Kalkstein bestehen oder tuts auch der lokale bzw. regional nähere?
  • Ländliche Landschaften – welche Rolle spielen sie und ihre Rohstoffe bei Städtern?
  • Verdummen Städter und wissen gar nicht mehr, welcher Rohstoff woher kommt und wie viel er wert ist?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigt sich dieses Buch, immer in Bezug auf die Verantwortung der Stadtentwickler und des Stadtteilmanagements. Es geht um Wirtschaftsgeographie, Geologie, Soziologie.

Beispiele werden aus der ganzen Welt genannt: Ob Stuttgart, Peking oder Altona. Vor allem zieht der Sinologe und Finanz-Korrespondent Harris Tiddens Vergleiche zwischen europäischen und chinesischen Städten.

Das Buch ist weder leicht zu lesen noch auf Anhieb besonders gut verständlich. Man sollte etwas Zeit zum Lesen und Durcharbeiten investieren. Es lohnt sich.

TIDDENS, H. C. M. (2014): Wurzeln für die lebende Stadt, Wie wir die Eigenverantwortung von Stadtteilen stärken können und warum diese mehr Wertschätzung verdienen, oekom Verlag, ca. 29,95 €

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