~ Silke Bicker ~ Die Autoren Günther Bloch und Elli Radinger sind seit Jahren in der Wolfsforschung im Freiland tätig. Ihr Buch schrieben sie für Laien, um Ängste durch Fakten zu nehmen. Sie verharmlosen nichts und zeigen auf, dass es ebenso wenig „den Wolf“ wie „den Menschen“ gibt. Jedes Individiuum hat seine eigenen Erfahrungen im Gepäck und handelt meist doch typisch für seine Art. Beide sind normalerweise ihren Revieren treu. Klar, manche mehr, manche weniger – doch Wolfsrudel ziehen erst weiter, wenn das Revier für sie nicht mehr taugt. Ähnlich verhalten sich Menschen in ihren Siedlungen. Beide streifen gerne durch ihr Revier und dabei kann es zu Begegnungen beider Arten kommen. So, wie Wölfe neugierig und interessiert sind, sind es auch Menschen. Wichtig für uns Menschen ist es dabei, Ruhe zu bewahren, den Verstand zu nutzen und den eventuell mitgeführten Hund an die Leine zu nehmen. Nicht zu füttern, weil die Wolfswelpen so niedlich sind. Oder so. Problemwölfe entstehen durch Menschenhand. Durch Füttern zum Beispiel.

Der Inhalt

Ettliche verschieden lang gehaltene Kapitel informieren umfassend unter anderem zu folgenden Themen:

  • Rolle der Medien und der Sprache
  • Herdenschutz – auch die Schäfer müssen etwas tun, damit ihre Herden geschützt sind und bleiben.
  • Jäger – Der Wolf nimmt ihnen Arbeit ab, jagt kranke und alte Wildtiere, nagt tierische Verkehrsopfer ab.
  • Rotkäppchen-Effekt – Von wirklicher Gefahr und heraufbeschwörten Gefahren
  • Begegnungen zwischen Wolf und Mensch – wie handeln und was unterlassen
  • Konflikte auf enger und breiter Ebene
  • Wolfstourismus
  • Wissenswertes und Wege zum Zusammenleben in dicht besiedelter Kulturlandschaft

Ein sehr informatives, gut verständlich verfasstes Sachbuch, welches durch verschiedene Skizzen und Fotos aufgelockert wird.

BLOCH, G.; RADINGER, E. (2017): Der Wolf kehrt zurück: Mensch und Wolf in Koexistenz?, Franckh-Kosmos-Verlag

Ich bedanke mich für das Rezensionsexemplar!

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